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Academic SCRUM zur Organisation des Promotionsprozesses?

SCRUM ist eine Projektmanagement-Methode, die im Kontext der Software-Entwicklung entstanden ist „und da weiß man auch nicht, wie lange ein Projekt dauert. Diese Unplanbarkeit ist uns allen wohl bekannt“ (Lessing 2020). Und genau aus diesem Grund bietet sich diese Methode zur Bewältigung des hochgradig individuellen, komplexen und langwierigen Promotionsprozesses geradezu an.

Die größte Herausforderung ist sicherlich, dass man während des Promotionsprozesses kein Team hat und jeder allein an der eigenen Dissertation arbeitet. Aber ein Team zu gründen, gemeinsam den Organisationsprozess zu gestalten und in den regelmäßigen Austausch zu gehen, spielt eine große Rolle für die Produktivität und das Wohlbefinden (ebd.).

In Ansätzen wird dies in Promotionsprogrammen, wie Graduiertenkollegs, realisiert. Dort promoviert man gemeinsam statt einsam und hat einen „Rhythmus und Struktur und ein Netzwerk“ (Korff, 2015, S. 125). Von diesen Strukturen profitiert allerdings nur ein kleiner Teil der Promovierenden. Zudem wird sich in solchen Programmen verstärkt über Inhalte, Theorien und Methoden ausgetauscht, die Gestaltung des (Arbeits-)Alltags bleibt vielen selbst überlassen!

Wodurch zeichnet sich die SCRUM Methode aus?

Das Herzstück der SCRUM Methode bilden die Sprints. Jeder Sprint – ideal sind im Academic SCRUM 3 Wochen (siehe Scumademics) – beginnt mit dem Sprint Planning. Hier bespricht das Team, was es in den kommenden Wochen vorhat (Teilziel/e), z. B. ein Exposé schreiben, Auswertungen anfertigen oder einen Fachartikel schreiben. Während des Sprints gibt es tägliche Treffen, die Daily Scrums, in denen sich das Team über den aktuellen Stand (Tagesziele) informiert und Herausforderungen benennt. „Wichtig ist dabei das Time-Boxing: Jeder hat eine begrenzte Redezeit, damit nicht das Gefühl aufkommt, die Treffen seien unproduktiv“ (Lessing 2020). Am Ende jedes Sprints trifft man sich für ein Sprint Review und reflektiert darüber, was man während des Sprints erreicht hat, was man in den nächsten Sprint mitnehmen will und ob das Vorgehen an die Bedarfe (Retrospektive) angepasst werden muss (vgl. Schwaber & Sutherland 2020).

Es handelt sich um eine flexibel – heute als agil bezeichnete – anpassbare Methode, bei der sich neu ergebende Aufgaben vorgezogen oder mit in den nächsten Sprint genommen werden können (Lessing 2020).

SCRUM bietet im Promotionsalltag eine Struktur!

Eine realistische Planung ist für die SCRUM Methode (und den Promotionsprozess) genauso entscheidend, wie am Ball zu bleiben. Daher bietet es sich zunächst an unterstützende Tools zu vermitteln, wie z. B. Ziele nach dem SMART Prinzip zu formulieren, den Prozess so in bearbeitbare Teilziele aufzubrechen und für die Organisation digitale Kanban-Boards (Trello, Wekan und Co.) einzusetzen. Jedes Teammitglied kann sich ein eigenes Board anlegen oder man nutzt hier die soziale Kontrolle der Gruppe und erstellt ein gemeinsames Board.

Eine einfache, aber sehr effektive Methode, die durch Graduierteneinrichtungen vermittelt und begleitet werden kann (SCRUM Master). Die Methode bietet für Promovierende, neben der inhaltlichen und fachlichen Betreuung der Professor*innen, eine sehr gute ergänzende Unterstützung für die Organisation des gesamten Promotionsprozesses!

Der Einsatz der SCRUM Methode bietet sich aber auch für kürzere Workshops an, wie z. B. Writing Retreats für Promovierende (siehe Trainingsangebote).

Abbildung: SCRUM-Prozess einer Schreibwerkstatt

Quellen:

Weiterführende Informationen:

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Veröffentlichung

Der Ausstieg aus der Wissenschaft als permanente Option?!

Wie kommt es dazu, dass sich Postdocs für den Verbleib im oder den Ausstieg aus der Wissenschaft entscheiden?

Mein Beitrag „Bin ich auf dem richtigen Weg?“ stellt die These auf, „dass Postdocs sich in einem Orientierungsprozess befinden, in dem sie ihren Weg immer wieder infrage stellen, ausgelöst durch (kritische) Ereignisse in der eigenen Biografie. Was zunächst anstrengend klingt, Ressourcen bindet und raubt, ist gleichzeitig eine Strategie der Wissenschaftler*innen, die zunehmende Unsicherheit ihrer Karrieren (auch angesichts neuer Steuerungsmechanismen) selbst zu kontrollieren, statt sich ihren Wirkungen auszuliefern. Das erarbeitete Modell zum ereignisgestützten Orientierungsprozess liefert weitere Erkenntnisse dazu, an welchen kritischen Punkten es in der Postdoc-Phase zu Ausstiegsgedanken kommt“ (Beaufays, Franz & Korff 2020, S. 13).

Der Beitrag „Bin ich auf dem richtigen Weg?“ ist im Themenheft „Ausstieg aus der Wissenschaft“ (1/2020), herausgegeben von Sandra Beaufaÿs, Anja Franz und mir, Ende August 2020 im Journal „die hochschule“ erschienen!

Das Themenheft ist im Rahmen der Arbeit des wissenschaftlichen, DFG-geförderten Netzwerks „Ausstieg aus der Wissenschaft – Netzwerk zu Ausstiegsprozessen im akademischen Kontext“ entstanden. Im Netzwerk arbeiten seit dem Jahr 2018 Sandra Beaufaÿs, Daniela Böhringer, Gesche Brandt, Anke Burkhardt, Anja Franz, Patricia Graf, Andrea Löther und Svea Korff (Koordinatorin). Näheres zum Netzwerk unter: https://ausstiegwissenschaft.wordpress.com/.

Beaufays, S./Franz, A./Korff, S. (Hrsg.): Ausstieg aus der Wissenschaft. Die Hochschule: Journal für Wissenschaft und Bildung 29 (1/2020).
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Verantwortung in Wissenschaftsorganisationen!

Das Jahrbuch der Sektion Organisationspädagogik „Organisation und Verantwortung“ (Flyer) – herausgegeben von Claudia Fahrenwald, Nicolas Engel, Andreas Schröer – ist mit einem Beitrag von mir zum Thema „Externalisierung und Individualisierung von Verantwortung in Wissenschaftsorganisationen – dargestellt am Beispiel der deutschen Förderlandschaft in der Postdoc-Phase“ (S. 169-182) erschienen.

Die grundlegende These des Beitrags ist, dass die Umstrukturierungsprozesse im Wissenschaftssystem zu einer Externalisierung und Individualisierung von Verantwortung geführt haben, die sich anhand der Angebotsstruktur der Förderlandschaft in der Postdoc-Phase nachweisen lassen. Für die systematische Bearbeitung auf empirischer Basis wird ausgehend von der unternehmerischen Universität, der Bezug hergestellt, welche Verantwortung Wissenschaftsorganisationen für den akademischen Mittelbau obliegt und wie diese im Bereich der Postdoc-Förderung ausgestaltet ist. Ein Ergebnis des Beitrags ist, dass die Verantwortung auf Seiten der Wissenschaftsorganisationen und deren Führungsspitze nicht nur strukturell ausgelagert bzw. externalisiert, sondern vor allem auf ihre Mitglieder, die Professor*innen und Postdocs selbst, verschoben wird.

Korff, S. (2020): Zur Externalisierung und Individualisierung von Verantwortung in Wissenschaftsorganisationen – dargestellt am Beispiel der deutschen Förderlandschaft in der Postdoc-Phase. In C. Fahrenwald, N. Engel & A. Schröer (Hrsg.): Organisation und Verantwortung. Wiesbaden: Springer VS.
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Veröffentlichung

Wissenschaftskarriere – eine Frage von Altersgrenzen?

Mit der sich wandelnden Altersstruktur der Gesellschaft einher geht die Forderung aus Wissenschaft und Politik, die Potenziale des Alterns zu erkennen und nicht länger an tradierten Alternsnormen und -bildern festzuhalten: „Jünger“ heißt nicht automatisch „leistungsfähiger“. Gerade im Wissenschaftssystem mit seinen zahlreichen befristeten Stellen ist das Alter aber nach wie vor ein bedeutender Faktor, wenn es um die eigene Lebens- und Karriereplanung geht.

Der Sammelband „Grenzüberschreitungen im Kompetenzmanagement“, herausgegeben von Ralf Knackstedt, Kristin Kutzner, Miriam Sitter und Inga Truschkat, erscheint mit einem Beitrag von Wibke Frey und Svea Korff zum Thema „Alter(n) in Wissenschaftsorganisationen – Wissenschaftskarriere eine Frage von Altersgrenzen?“ (S. 109-126).

Der Beitrag geht der Frage nach, welche Altersnormen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Übergangsphase von der Promotion zur Professur inkorporiert haben und welche Auswirkungen dies auf ihre praktische Tätigkeit in Forschung und Lehre hat. Hierfür wurden neun Gruppendiskussionen mit Postdocs ausgewertet und so Einblicke in an Status- und Altersgrenzen orientierte Lebens- und Karriereplanungen im Wissenschaftssystem gewonnen.

Frey, W. & Korff, S. (2019): Alter(n) in Wissenschaftsorganisationen – Wissenschaftskarriere eine Frage von Altersgrenzen? In M. Sitter, I. Truschkat, K. Kutzner & R. Knackstedt (Hrsg.): Grenzüberschreitungen im Kompetenzmanagement (S. 109-126). Wiesbaden: Springer VS.
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Vortrag

Vortrag zum Thema „Promovieren heute!“

Bei der hochschulübergreifenden Informationsveranstaltung „Perspektive Promotion?“ am Mittwoch, den 5. Juni 2019 von 14 bis 16 Uhr an der Universität Hildesheim, halten Prof. Dr. Meike Baader und ich einen Vortrag zum Thema „Promovieren heute!“. Weitere Informationen zum Programm erhalten Sie unter dem folgenden Link. Promotionsinteressierte und Promovierende sind herzlich eingeladen!

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Vortrag

Vortrag „Bewertungspraktiken in Lehr-/Lernsettings der Promotionsbetreuung“

Beim dritten Hildesheimer Dialog zum Thema „Hildesheimer Hochschulforschung“ am 10. Mai 2019 an der Universität Hildesheim halten Dr. Daniela Böhringer, Prof. Dr. Kai-Olaf Maiwald und ich einen Vortrag zum Thema und gleichnamigen Projekt „Bewertungspraktiken in Lehr-/Lernsettings der Promotionsbetreuung“. Das Projekt wird seit 2018 vom Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert. Wir stellen das Projekt vor und geben einen ersten Einblick in das empirische Material.

Weitere Informationen [LINK]

Foto: Daniel Kunzfeld

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Call for Paper

CfP: Ausstieg aus der Wissenschaft

Wer sich für eine wissenschaftliche Laufbahn entscheidet, sieht sich in der Regel mit langen Qualifizierungsphasen unter schwierigen Bedingungen konfrontiert: befristete Beschäftigung und Teilzeitverträge, Abhängigkeit von Vorgesetzten, Einwerbung von Drittmitteln zur Sicherung der eigenen Stelle, hohe Mobilitätsanforderungen sowie das Risiko, am Ende keinen Ruf auf eine Professur zu erhalten. Angesichts dieser Begleitumstände bildet der Ausstieg aus der Wissenschaft, nicht überraschend, eine weitere Option. Wie häufig und in welcher Weise dieser vollzogen wird, ist jedoch mangels entsprechender Forschung noch weitgehend unbekannt.

Aufgrund der Erklärungslücken sollen im geplanten Heft 1/2020 der Zeitschrift „die hochschule“ -herausgegeben von Sandra Beaufaÿs, Anja Franz und Svea Korff – Ausstiegsprozesse im akademischen Kontext auf den unterschiedlichen Stufen der wissenschaftlichen Karriere hinsichtlich subjektiver Entscheidungen sowie der Strategien und Praktiken in Wissenschaftsorganisationen in den Blick genommen werden. Weitere Informationen und einen detaillierten Zeitplan entnehmen Sie dem Call.

CfP ist geschlossen!

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Strukturierte Promotionsförderung an der modernisierten Universität zwischen Rhetorik, Versprechen und Umsetzung

Die Pädagogik stellt einen signifikanten Umschlagpunkt von Modernisierung dar. Der Sammelband vereint Studien, die untersuchen, welche Rolle die wissenschaftliche und die praktische Pädagogik bei Modernisierungen spielen und welchen Einfluss Modernisierungen auf die wissenschaftliche und die praktische Pädagogik haben. Weiter lesen … Der Sammelband „Modernisierung und Pädagogik – ambivalente und paradoxe Interdependenzen“ (Flyer), herausgegeben von Ulrich Binder im Campusverlag, erscheint mit einem Beitrag von Meike Sophia Baader und Svea Korff zum Thema „Strukturierte Promotionsförderung an der modernisierten Universität zwischen Rhetorik, Versprechen und Umsetzung“ (S. 146-161).

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Call for Paper

CfP: Übergänge in Wissenschaftskarrieren

Peer Review, Evaluationen, Rückmeldungen durch Vorgesetzte oder Betreuungspersonen, Austausch unter den Peers, Coaching etc. stellen viele Ereignisse dar, die entscheidend für das Fortsetzen im Ganzen und das Erleben der wissenschaftlichen Laufbahn im Speziellen sind. Diese ggf. „kritischen“ Ereignisse können somit als eine Vielzahl kleiner Übergänge verstanden werden. Der geplante Sammelband „Übergänge in Wissenschaftskarrieren“ von Prof. Dr. Inga Truschkat und Dr. Svea Korff soll dazu die einzelnen Phasen – Promotions-, Postdoc- und Berufungsphase – in den Blick nehmen und den Ereignissen, Prozessen und Strategien in Wissenschaftskarrieren seine Aufmerksamkeit widmen.

Die Herausgerberinnen laden Sie ein einen Beitrag zu dem geplanten Sammelband beizusteuern! Der Sammelband wird in der Reihe „Wissenschaft – Hochschule – Bildung“ im Springer VS Verlag veröffentlicht. Weitere Informationen und einen detaillierten Zeitplan entnehmen Sie der Einladung.

Beitragsvorschläge werden bis zum 15. Juli entgegengenommen!

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Beratung

Individuelles und lösungsorientiertes Beratungsangebot für Promotionsinteressierte, Promovierende und Postdocs

Die lösungsorientierte Einzelberatung für Promotionsinteressierte, Promovierende und Postdocs bietet z. B. Unterstützung in Phasen der Unsicherheit oder bei Konflikten. Das Beratungsangebot ist offen, kostenfrei und auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten (Flyer). Wenn Sie einen Termin für ein Erstgespräch vereinbaren möchten, richten Sie Ihre Anfrage per Telefon oder E-Mail an mich.